Medizinisch geprüft, von der Krankenkasse bezahlt: Wie Du eine App auf Rezept erhältst und welche Anwendungsbereiche es gibt
DiGAs bringen evidenzbasierte Therapieansätze direkt auf Dein Smartphone – medizinisch geprüft und kostenfrei bei ärztlicher Verordnung. Ob zur Unterstützung bei Adipositas, Diabetes, Essstörungen, psychischen Erkrankungen oder Wechseljahresbeschwerden: DiGAs helfen dabei, Gesundheitsziele zu erreichen und ärztliche Empfehlungen im Alltag umzusetzen.
Gerade beim Thema Gewichtsreduktion fragen sich viele, ob sie mit einer DiGA abnehmen können und welche Voraussetzungen dafür gelten. Digitale Gesundheitsanwendungen unterscheiden sich dabei deutlich von frei verfügbaren Abnehm-Apps.
Erfahre hier, wie Du eine DiGA erhältst, was sie von frei verfügbaren Apps unterscheidet und unter welchen Voraussetzungen die gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernimmt.
Apps auf Rezept, auch bekannt als Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs), sind vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassene medizinische Apps. Sie werden bei bestimmten Diagnosen von Ärztinnen / Ärzten oder Psychotherapeutinnen / Psychotherapeuten verschrieben und unterstützen Patientinnen und Patienten dabei, ihre Therapie aktiv umzusetzen.
Im offiziellen DiGA-Verzeichnis des BfArM findest Du sowohl dauerhaft gelistete als auch vorläufig zugelassene Apps mit Angaben zu Einsatzgebieten, Studienergebnissen und Zulassungsstatus.
Um eine DiGA kostenfrei nutzen zu können, ist eine Freischaltung durch die Krankenkasse erforderlich. Der Ablauf erfolgt in der Regel in folgenden Schritten:
Je nach DiGA kann die Registrierung zunächst über die Website des Herstellers erfolgen. Die vollständige, kostenfreie Nutzung ist jedoch erst nach Eingabe des Freischaltcodes möglich.
DiGAs kommen bei vielen Indikationen zum Einsatz – etwa wenn Menschen Unterstützung im Alltag benötigen, um ärztliche Empfehlungen digital umzusetzen. Aktuell gibt es Apps u. a. für folgende Bereiche:
Wer mit einer DiGA abnehmen möchte, nutzt keine herkömmliche Abnehm-App, sondern eine medizinisch geprüfte digitale Gesundheitsanwendung. DiGAs zum Abnehmen sind als Medizinprodukt zugelassen und Bestandteil moderner Adipositas-Therapien. Gemeint sind nicht frei verfügbare Lifestyle-Apps, sondern digitale Gesundheitsanwendungen, die unter bestimmten Voraussetzungen von der Krankenkasse erstattet werden.
Dazu gehört in der Regel eine ärztliche Verordnung bei einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 30 und 40. Studien2,3,4 belegen, dass DiGAs dabei unterstützen können
Die Inhalte dieser Apps basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Standards und orientieren sich häufig an der S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“.
Zugelassene DiGAs:
Die aktuelle S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“ empfiehlt den Einsatz digitaler Anwendungen. Sie können Patientinnen und Patienten dabei helfen, eine kalorienreduzierte Ernährungsweise im Alltag umzusetzen und langfristig beizubehalten. Digitale Interventionen wie eine DiGA zum Abnehmen werden dabei als Ergänzung zu persönlichen Beratungen und ärztlich begleiteten Programmen angesehen.
Menschen mit Typ-2-Diabetes profitieren von digitalen Gesundheitsanwendungen, die sie bei der täglichen Selbstbeobachtung, Ernährung und Medikamenteneinnahme unterstützen. Die Apps helfen dabei, die Blutzuckerwerte stabil zu halten und Komplikationen zu vermeiden.
Typische Funktionen:
Zugelassene DiGAs:
Bei Essstörungen – z. B. Binge Eating oder Bulimie – können DiGAs eine strukturierte, niedrigschwellige Begleitung bieten. Sie basieren meist auf verhaltenstherapeutischen Methoden und unterstützen Betroffene dabei, Essmuster zu erkennen und zu verändern.
Typische Funktionen:
Diese Apps stellen keinen Ersatz für eine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung in schweren Fällen dar, können aber eine wirksame Ergänzung sein.
Zugelassene DiGA:
Digitale Gesundheitsanwendungen sind Bestandteil der medizinischen Versorgung. Sie ersetzen in der Regel keine notwendige ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, sondern werden als ergänzender Baustein in ein ganzheitliches Therapiekonzept eingebettet.
Sowohl dauerhaft als auch vorläufig vom BfArM zugelassene DiGAs sind erstattungsfähig – vorausgesetzt, es liegt eine medizinische Indikation vor. Erst wenn eine entsprechende Diagnose gestellt wurde, kann die DiGA von einer Ärztin oder einem Arzt verordnet werden.
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in diesem Fall die Kosten zu 100 %. Auch viele private Krankenversicherungen erstatten die Kosten – abhängig vom individuellen Tarif und nach vorheriger Anfrage.
Nicht jede Abnehm-App ist gleich: Es gibt grundlegende Unterschiede zwischen frei verfügbaren Lifestyle-Apps wie Noom, Weight Watchers (WW), Yazio, Lifesum oder MyFitnessPal und medizinisch zugelassenen DiGAs.
Wer gezielt mit einer DiGA abnehmen möchte, profitiert von ärztlicher Begleitung, geprüften Inhalten und vollständiger Kostenübernahme – im Gegensatz zu frei verfügbaren Abnehm-Apps.
Lifestyle-Apps können eine erste Orientierung bieten, sind aber nicht für die medizinische Behandlung von Adipositas ausgelegt.
DiGAs dagegen sind Teil der Gesundheitsversorgung, werden bei medizinischer Indikation verschrieben und vollständig von den Krankenkassen übernommen.
Die hier genannten DiGAs sind durch das BfArM geprüft und nur bei entsprechender medizinischer Indikation durch ärztliche Verordnung erhältlich. Die Eignung und Wirkung können individuell unterschiedlich ausfallen.
Voraussetzung ist eine Diagnose durch eine medizinische und psychotherapeutische Fachkraft. Liegt diese vor, kann die DiGA verordnet werden. Das Rezept reichst Du bei Deiner Krankenkasse ein – im Anschluss erhältst Du einen Freischaltcode, mit dem Du die App kostenfrei nutzen kannst.
DiGAs sind für gesetzlich Versicherte kostenlos, wenn sie ärztlich verordnet wurden. Auch viele private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten – abhängig vom individuellen Tarif. Wichtig: Nur DiGAs, die im offiziellen BfArM-Verzeichnis gelistet sind, sind erstattungsfähig.
Eine DiGA kann beim Abnehmen unterstützen, indem sie hilft, gesunde Routinen zu etablieren, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten zu überwachen und ein Kaloriendefizit zu erreichen. Ein tatsächlicher Gewichtsverlust ist jedoch individuell unterschiedlich und hängt von der konsequenten Umsetzung der Empfehlungen sowie von weiteren Faktoren wie Ausgangsgewicht, Stoffwechsel und Begleiterkrankungen ab.
Ja, wenn die App als DiGA zugelassen ist und eine medizinische Indikation vorliegt, übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten vollständig. Viele private Krankenversicherungen erstatten die Kosten ebenfalls, abhängig vom gewählten Tarif und nach vorheriger Anfrage.
Im DiGA-Verzeichnis sind derzeit folgende Anwendungen für Typ-2-Diabetes gelistet:
Una Health für Diabetes – vorläufig gelistet
Fitness-Apps sind oft auf Motivation oder Selbsttracking ausgerichtet – sie sind nicht medizinisch geprüft. DiGAs hingegen sind als Medizinprodukt zugelassen, wissenschaftlich evaluiert und können ärztlich verordnet werden. Nur sie sind erstattungsfähig.
Im aktuellen DiGA-Verzeichnis des BfArM sind für die Adipositas-Behandlung zwei dauerhaft zugelassene digitale Gesundheitsanwendungen gelistet: zanadio und Oviva Direkt für Adipositas. Beide basieren auf verhaltenstherapeutischen Konzepten, beinhalten digitale Coaching-Elemente und begleiten Nutzer:innen im Alltag. Bei medizinischer Indikation können sie von Ärztinnen und Ärzten verordnet und von der Krankenkasse erstattet werden.
Nein, Wegovy® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann nur mit einer ärztlichen Verordnung in der Apotheke erworben werden.
Nein, Saxenda® kaufen ohne Rezept ist nicht erlaubt. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und darf nur mit einer ärztlichen Verordnung in Apotheken abgegeben werden.
Nein, Mounjaro® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und darf nur mit einer ärztlichen Verordnung in Apotheken abgegeben werden.