Unsere DiGAs

Anspruch auf 100% Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse
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Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) auf Rezept – so funktioniert’s

Medizinisch geprüft, von der Krankenkasse bezahlt: Wie Du eine App auf Rezept erhältst und welche Anwendungsbereiche es gibt

DiGAs bringen evidenzbasierte Therapieansätze direkt auf Dein Smartphone – medizinisch geprüft und kostenfrei bei ärztlicher Verordnung. Ob zur Unterstützung bei Adipositas, Diabetes, Essstörungen, psychischen Erkrankungen oder Wechseljahresbeschwerden: DiGAs helfen dabei, Gesundheitsziele zu erreichen und ärztliche Empfehlungen im Alltag umzusetzen.Erfahre hier, wie Du eine DiGA erhältst, was sie von frei verfügbaren Apps unterscheidet und für welche Krankheitsbilder die Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Letzte Änderung
28.8.2025
Lesezeit
10
Minuten

Was sind DiGAs auf Rezept?

Apps auf Rezept, auch bekannt als Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs), sind vom BfArM zugelassene medizinische Apps. Sie werden bei bestimmten Diagnosen von Ärztinnen / Ärzten oder Psychotherapeutinnen / Psychotherapeuten verschrieben und unterstützen Patientinnen und Patienten dabei, ihre Therapie aktiv umzusetzen.

Im offiziellen DiGA-Verzeichnis des BfArM findest Du sowohl dauerhaft gelistete als auch vorläufig zugelassene Apps mit Angaben zu Einsatzgebieten, Studienergebnissen und Zulassungsstatus.

Dauerhafte vs. vorläufige Zulassung

  • Dauerhaft gelistet: Die App hat ihre Wirksamkeit in Studien nachgewiesen und alle Zulassungskriterien erfüllt.
  • Vorläufig zugelassen: Die App kann verschrieben werden, während der endgültige Wirksamkeitsnachweis im Rahmen eines Erprobungsverfahrens noch erbracht wird.

So funktioniert die Verschreibung und Freischaltung

  • Rezept vom Arzt oder der Ärztin (für 3 Monate, danach Folgerezept möglich)
  • Rezept bei gesetzlicher oder privater Krankenkasse einreichen
  • Krankenkasse prüft und sendet einen Freischaltcode
  • Mit dem Code die App kostenfrei aktivieren und nutzen

Für welche Krankheitsbilder gibt es DiGAs?

DiGAs kommen bei vielen Indikationen zum Einsatz – etwa wenn Menschen Unterstützung im Alltag benötigen, um ärztliche Empfehlungen digital umzusetzen. Aktuell gibt es Apps u. a. für folgende Bereiche:

  • Gewichtsmanagement (Abnehm-Apps)
  • Diabetesmanagement
  • Essstörungen
  • Depression und Angststörungen
  • Rauchentwöhnung
  • Schlafstörungen
  • Begleitung während und nach einer Brustkrebstherapie
  • Blasenproblemen (z. B. Inkontinenz)
  • Beschwerden in den Wechseljahren (z. B. Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen)

Beispiel 1: Abnehmen mit DiGAs

Abnehm-Apps sind mehr als einfache Tracker – sie sind mittlerweile ein Bestandteil moderner Adipositas-Therapien. Gemeint sind hier nicht herkömmliche Abnehm-Apps, sondern digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), die als Medizinprodukt zugelassen sind und unter bestimmten Voraussetzungen von der Krankenkasse erstattet werden. Dazu gehört in der Regel eine ärztliche Verordnung bei einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 30 und 40. Studien2,3,4 belegen, dass sie dabei unterstützen können:

  • ein Kaloriendefizit zu erreichen und anschließend die Gewichtsstabilisierung zu fördern
  • gesunde Routinen aufzubauen
  • die Motivation langfristig aufrechtzuerhalten

Typische Funktionen:

  • Ernährungstagebücher & Bewegungs-Tracker
  • Individuelle Pläne & wöchentliche Impulse
  • Digitales Coaching & Community-Support
  • Verhaltenstherapeutische Inhalte
  • Monitoring & Feedback

Die Inhalte dieser Apps basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Standards und orientieren sich häufig an der S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“.1

Zugelassene DiGAs:

  • zanadio 
  • Oviva Direkt für Adipositas 

Infobox: Empfehlung aus der S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“

Die aktuelle S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“1 empfiehlt den Einsatz digitaler Anwendungen. Sie können Patientinnen und Patienten dabei helfen, eine kalorienreduzierte Ernährungsweise im Alltag umzusetzen und langfristig beizubehalten. Digitale Interventionen werden als Ergänzung zu persönlichen Beratungen und ärztlich begleiteten Programmen angesehen.

Beispiel 2: Diabetesmanagement mit DiGAs

Menschen mit Typ-2-Diabetes profitieren von digitalen Gesundheitsanwendungen, die sie bei der täglichen Selbstbeobachtung, Ernährung und Medikamenteneinnahme unterstützen. Die Apps helfen dabei, die Blutzuckerwerte stabil zu halten und Komplikationen zu vermeiden.

Typische Funktionen:

  • Integration von Blutzuckerwerten & Medikationsplänen
  • Lebensstil-Coaching (z. B. Bewegung, Ernährung, Schlaf)
  • Digitale Begleitung zwischen Arztterminen
  • Fortschrittsauswertung zur Therapieoptimierung

Zugelassene DiGAs:

  • Una Health
  • Vitadio 
  • HelloBetter Diabetes
  • glucura Diabetestherapie

Beispiel 3: Essstörungen digital begleiten

Bei Essstörungen – z. B. Binge Eating oder Bulimie – können DiGAs eine strukturierte, niedrigschwellige Begleitung bieten. Sie basieren meist auf verhaltenstherapeutischen Methoden und unterstützen Betroffene dabei, Essmuster zu erkennen und zu verändern.

Typische Funktionen:

  • Strukturierte Übungen zur Emotionsregulation
  • Tagebuchfunktionen zur Selbstbeobachtung
  • Psychoedukation & Wissensmodule
  • Soforthilfe in schwierigen Momenten

Diese Apps stellen keinen Ersatz für eine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung in schweren Fällen dar, können aber eine wirksame Ergänzung sein.

Zugelassene DiGA:

  • Selfapys Online-Kurs bei Binge-Eating-Störung 
  • Selfapys Online-Kurs bei Bulimia Nervosa

Welche DiGAs zahlt die Krankenkasse?

Sowohl dauerhaft als auch vorläufig vom BfArM zugelassene DiGAs sind erstattungsfähig – vorausgesetzt, es liegt eine medizinische Indikation vor. Erst wenn eine entsprechende Diagnose gestellt wurde, kann die DiGA von einer Ärztin oder einem Arzt verordnet werden.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in diesem Fall die Kosten zu 100 %. Auch viele private Krankenversicherungen erstatten die Kosten – abhängig vom individuellen Tarif und nach vorheriger Anfrage.

Vor- und Nachteile von DiGAs

Vorteile Nachteile
Wissenschaftlich geprüft und medizinisch zugelassen Teilweise noch unklare Langzeitwirkung (vorläufige DiGAs)
Fortschritte einfach erfassen und Motivation stärken Hohe Eigenmotivation erforderlich, Gefahr des vorzeitigen Abbruchs
Hoher Datenschutzstandard (DSGVO, DiGAV, BSI) Restrisiko bei Datensicherheit trotz strenger Vorgaben
Mehr Selbstbestimmung und Gesundheitskompetenz Kein Ersatz für ärztliche Betreuung in Akutsituationen und bei komplexen oder langfristigen Erkrankungen (z. B. Depression, Essstörungen)
Unterstützt auch seltene oder stigmatisierte Krankheitsbilder Inhalte oft generisch – wenig Anpassung an individuelle Bedürfnisse
Einfach nutzbar per Smartphone und App Technische Voraussetzungen: Smartphone und Grundkenntnisse nötig
100 % Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Unterschied: Lifestyle-App vs. DiGA

Nicht jede Abnehm-App ist gleich: Es gibt grundlegende Unterschiede zwischen frei verfügbaren Lifestyle-Apps wie Noom, Weight Watchers (WW), Yazio, Lifesum oder MyFitnessPal und medizinisch zugelassenen DiGAs.

Merkmal Lifestyle-Abnehm-App Medizinische Abnehm-App (DiGA)
Zweck Unterstützung beim Abnehmen durch Motivation, Tracking und Tipps Behandlung von Übergewicht im Rahmen einer ärztlich begleiteten Therapie
Zulassung Keine medizinische Zulassung BfArM-geprüft und als Medizinprodukt zugelassen
Wirksamkeit Nicht nachgewiesen Klinisch erprobte Wirksamkeit
Kostenerstattung Keine Erstattung; Basisversion oft kostenlos, Premium kostenpflichtig 100 % Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse
Voraussetzungen Keine Ärztliche Verordnung; BMI zwischen 30 und 40
Datenschutz Variiert je nach Anbieter; nicht immer DSGVO-konform Strenge Vorgaben nach DSGVO, DiGAV und BSI

Lifestyle-Apps können eine erste Orientierung bieten, sind aber nicht für die medizinische Behandlung von Adipositas ausgelegt. 

DiGAs dagegen sind Teil der Gesundheitsversorgung, werden bei medizinischer Indikation verschrieben und vollständig von den Krankenkassen übernommen.

Wichtiger Hinweis

Die hier genannten DiGAs sind durch das BfArM geprüft und nur bei entsprechender medizinischer Indikation durch ärztliche Verordnung erhältlich. Die Eignung und Wirkung können individuell unterschiedlich ausfallen.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich eine DiGA?

Voraussetzung ist eine Diagnose durch eine medizinische und psychotherapeutische Fachkraft. Liegt diese vor, kann die DiGA verordnet werden. Das Rezept reichst Du bei Deiner Krankenkasse ein – im Anschluss erhältst Du einen Freischaltcode, mit dem Du die App kostenfrei nutzen kannst.

Was kostet eine DiGA?

DiGAs sind für gesetzlich Versicherte kostenlos, wenn sie ärztlich verordnet wurden. Auch viele private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten – abhängig vom individuellen Tarif. Wichtig: Nur DiGAs, die im offiziellen BfArM-Verzeichnis gelistet sind, sind erstattungsfähig.

Wird eine Abnehm-App von der Krankenkasse bezahlt?

Ja, wenn die App als DiGA zugelassen ist und eine medizinische Indikation vorliegt, übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten vollständig. Viele private Krankenversicherungen erstatten die Kosten ebenfalls, abhängig vom gewählten Tarif und nach vorheriger Anfrage.

Welche DiGAs helfen bei Diabetes Typ 2?

Im DiGA-Verzeichnis sind derzeit folgende Anwendungen für Typ-2-Diabetes gelistet:

  • Vitadiodauerhaft gelistet

  • HelloBetter Diabetes dauerhaft gelistet

  • glucura Diabetestherapievorläufig gelistet

  • Una Health für Diabetesvorläufig gelistet

Was ist der Unterschied zu einer Fitness- oder Lifestyle-App?

Fitness-Apps sind oft auf Motivation oder Selbsttracking ausgerichtet – sie sind nicht medizinisch geprüft. DiGAs hingegen sind als Medizinprodukt zugelassen, wissenschaftlich evaluiert und können ärztlich verordnet werden. Nur sie sind erstattungsfähig.

Welche Abnehm-Apps sind als DiGA gelistet?

Im aktuellen DiGA-Verzeichnis des BfArM sind für die Adipositas-Behandlung zwei dauerhaft zugelassene digitale Gesundheitsanwendungen gelistet: zanadio und Oviva Direkt für Adipositas. Beide basieren auf verhaltenstherapeutischen Konzepten, beinhalten digitale Coaching-Elemente und begleiten Nutzer:innen im Alltag. Bei medizinischer Indikation können sie von Ärztinnen und Ärzten verordnet und von der Krankenkasse erstattet werden.

Quellen

1 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). (2024, Oktober). S3‑Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“ (Version 5.0, Registernummer 050‑001). Abgerufen von https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/050-001

2 Gemesi, N., Linder, M., Müller, A., & Schultes, B. (2023). Effects of a digital multimodal obesity treatment program on weight loss and metabolic parameters: A randomized controlled trial. Obesity Facts, 16(3), 210–221. https://doi.org/10.1159/000527804

3 Roth, C. H., Müller, A., Bäuerle, N., Gemesi, N., Schultes, B., & Linder, M. (2023). A randomized controlled trial evaluating the effectiveness of a smartphone-based multimodal weight-loss program (zanadio) for adults with obesity. Nutrients, 15(6), 1321. https://doi.org/10.3390/nu15061321

4 JMIR Research Team. (2025). Effectiveness of mobile health interventions for weight loss: A systematic review and meta-analysis. Journal of Medical Internet Research, 27, e66887. https://doi.org/10.2196/66887

5 Chew, J. S., Rajasegaran, N. N., Chew, W. S. N., & Kim, K. M. (2023). Effectiveness of combined health coaching and self‑monitoring apps on weight‑related outcomes in people with overweight and obesity: Systematic review and meta‑analysis. Journal of Medical Internet Research, 25, e42432. https://doi.org/10.2196/42432

6 Angelescu, K., & Sauerland, S. (2019). Mobile Gesundheitsanwendungen: Welche Evidenz ist nötig. Deutsches Ärzteblatt, 116(21), A‑1057–C‑858. https://www.aerzteblatt.de/archiv/208665

7 Apotheken Umschau. (2025). Können Abnehm‑Apps bei der Diät mit dem Smartphone helfen? Abgerufen am 1. Juli 2025, von https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/ernaehrung/abnehm-apps-welche-bei-der-diaet-mit-dem-smartphone-helfen-koennen-1225587.html

8 DZD – Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e. V. (2024, November 4). Aktualisierte S3‑Leitlinie zur „Prävention und Therapie der Adipositas“. Abgerufen von https://www.dzd-ev.de/aktuelles/news/article/view/aktualisierte-s3-leitlinie-zur-praevention-und-therapie-der-adipositas

9 Oviva. (n.d.). TK übernimmt: Kostenlos abnehmen mit der Oviva App. Abgerufen am 1. Juli 2025, von https://oviva.com/de/de/tk/

10 PKV-Verband. (2022). Können Privatversicherte digitale Gesundheitsanwendungen nutzen? Abgerufen von https://www.pkv.de/service/diga-auf-rezept/

11 Thomas, A. (2023). Abnehm‑App: Digitale Hilfe zur Gewichtsreduktion. Springer Medizin. https://doi.org/10.1007/s15034-023-4569-3

12 Zanadio. (n.d.). Mit Apps abnehmen: So helfen digitale Tools. Abgerufen am 1. Juli 2025, von https://zanadio.de/adipositas-behandlung/abnehm-apps/

13 Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). (2025). Das DiGA‑Verzeichnis. Abgerufen von https://diga.bfarm.de/de

14 SDK Private Krankenversicherung. (2023). FAQ: Digitale Gesundheitsanwendungen – die App auf Rezept. Abgerufen von https://www.sdk.de/service/faq/diga